Bundestagswahl 2017: Kreisverband befragt Kandidat*innen

Alle Direktkandidat*innen zur Bundestagswahl im Kreis Groß-Gerau hatte der BUND Kreisverband in einem Fragebogen um Antwort gebeten. Mit Schwerpunkt ökologischer  Brennpunktfragen waren die Kandidat*innen gebeten worden, möglichst konkrete Antworten zu geben zu spezifisch, fachlich detaillierten Fragen zu den Themenkomplexen Energiewende und Klimaschutzziele, Verkehrswende und Agrarwende. „Als überparteiliche Organisation werden wir nicht Ihre oder eine andere Partei pauschal empfehlen, sondern möchten einen differenzierten und trotzdem lesbar komprimierten Überblick geben zu brennenden Fragen unserer Arbeit.“, so der Kreisverband im Anschreiben.
Enttäuscht aber nicht überrascht zeigte sich der Geschäftsführer des BUND Kreis-verbandes Groß-Gerau, Herbert A Debus, über den geringen Rücklauf. „Nach dem medial aufgehypten Schaukampf Merkel/Scholz, der mit seinen statistischen Arabesken gekünstelt schmackhaft gemacht wurde bei völliger Abstinenz von Fragen zur Klimakatastrophe“ so Debus, fand er es wenig verwunderlich, dass von den „großen“ Parteien keine Antwort auf den mit knapp 1000 Mitgliedern im Kreis stark vertretenen Umweltschutzverband erfolgte. Lediglich Nina Eisenhardt von den Grünen und Jörg Cezanne von der Linken machten sich die Mühe. Auch FDP, Freie Wähler und AfD war der BUND keine Anstrengung wert.

Erfreulich finden die Natur- und Umweltschützer eine fast vollständig positive Beantwortung der beiden Kandidaten zu diesen Themenkomplexen, die auch eine große Nähe hier zeigten. Gemeinsames Ja zu den Zielen des Pariser Klimagipfels, zum zügigen aber sozialverträglichen Ausstieg aus „der Kohle“ und zur Abschaltung der AKWs - Frau Eisenhardt schneller noch als der BUND Bundesverband fordert, Herr Cezanne mit stärkerem Akzent auf die Sozialverträglichkeit -; beide für die Entbürokratisierung der Energiewende in Bürgerhand und eine „Effizienzrevolution“ (Grüne) bzw. „Effizienzpolitik“ (Linke) zur Energie- und Ressourceneinsparung. Ähnlich wiederum für eine starke Förderung des Fahrrads, des ÖPNVs, der Bahn (mit Wettbewerbsangleichung gegenüber dem umweltschädlichen Luftverkehr, Flüge auf Züge), eine neue Gesamtmobilitätskonzeption und  der Innovationsförderung für Elektromobilität. In der Folge des sog. „Dieselskandals“ fordern beide die Einführung von Sammel- und Verbandsklagen, weiterhin die Linke eine „neue, schlagkräftige und unabhängige Behörde beim Umweltbundesamt“ während die Grünen  die „Blaue Plakette“ und Nachrüstung auf Kosten der Automobilkonzerne fordern. Ähnlich auch mit Varianten im Detail wird ein starkes Gewicht auf die Förderung des ökologischen Landbaus mit Tierschutzstandards und für gesunde Lebensmittel gelegt.

 

Presseerklärung - PDF

Antworten - Nina Eisenhardt Grüne - PDF

Antworten - Jörg Cezanne LINKE - PDF

aktualisiert am: 10.09.2017