Unterschriften zur Rettung des Riedwaldes

Während des Hessentages 2017 hatte der BUND an seinem Stand 369 Unterschriften gesammelt, um die Bemühungen zur Rettung der darbenden Wälder im Hessischen Ried zu forcieren. Jahrzehntelange Wasserentnahmen für die Städte Frankfurt und Wiesbaden hatten ursprünglich zu Grundwasserabsenkungen bis zu 7 Metern mit Rissen in Straßen und Häusern geführt, bis der ehemalige Landrat Blodt auf einer „Aufspiegelung“ auf 3 Meter unter Flurhöhe durch Infiltration von Wasser aus dem Rhein bestand. Selbst alte große Bäume benötigten aber Wasser in ca 1,5 Metern Tiefe, wo ihr dichtestes Feinwurzelwerk sitze. BUND-Kreisgeschäftsführer Herbert Debus erläuterte, dass es jetzt darum gehe, nach jahrelangen Untersuchungen und Diskussionen an einem „Runden Tisch“ mit Experten, Wasserfachleuten, Politiker*innen, Vertretern von Forst und Landwirtschaft sowie Naturschutzverbänden „Butter bei die Fisch“ zu geben und die Vorschläge des Runden Tisches umzusetzen. Zuständig seien Landtag und die Landesregierung, hier insbesondere die zuständige Umweltministerin Priska Hinz. An sie wie aber auch an Kommunen und Wasserwirtschaft richteten sich auch die Forderungen der Unterschriftenliste:
Rettet die wertvollen alten Eichenwälder! Jetzt! Sofort!
Gebt den Bäumen endlich das Wasser für eine sichere Zukunft!
Stoppt die Pflanzung nicht-heimischer Baumarten wie Douglasie und Roteiche!
Pflanzt neue Eichen- und Laubholzbestände für Hirschkäfer und Mittelspecht!
Startet Grundwassersanierung inkl. Siedlungsschutz - wie vom Runden Tisch empfohlen!

Zwei Tage vor der Tagung des Landesnaturschutzbeirates, der als unabhängiges Gremium mit ausschließlicher Beratungsfunktion bei der obersten  Naturschutzbehörde, dem Ministerium, am Mittwoch, dem 16.8. tagen wird, überreichten Debus und die BUND Kreisvorstandsassistentin Regina Engelberg MdL Ursula Hammann als Landtagsabgeordneter des Kreises und als Vorsitzender des Umweltausschusses des Hessischen Landtages die 369 Originalunterschriften vor dem Kreistagsbüro der Grünen in Groß-Gerau. Der Bitte, dies der Ministerin zur Kenntnis zu bringen, wollte MdL Hammann gerne entsprechen.
In einem Anschreiben an die Abgeordnete war sich der BUND Kreisgeschäftsführer sicher, dass es bei genügend Sammler*innen ein Leichtes gewesen wäre, eine sehr viel größere Zahl von Unterschriften zu bekommen. Zitat aus dem uns vorliegenden Anschreiben: „Wir sind überzeugt, dass auch die große Mehrzahl der Bürger*innen im Kreis Groß-Gerau diese Forderungen unterstützen würden, da die Menschen hier in der Vergangenheit mit großem Zorn auf die umfangreichen Waldverluste reagiert haben und nicht weitere Zerstörungen oder auch Veränderungen mit Ersatzpflanzungen nicht-einheimischer Hölzer tolerieren möchten.“ Debus verweist auch auf ein Rechtsgutachten von Professor Meßerschmidt, das eine Rechtspflicht zur Grundwassersanierung zur Wiederherstellung des günstigen Erhaltungszustandes für das FFH- und Vogelschutzgebiet Gernsheimer-Jägersburger Wald belegt.

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aktualisiert am: 17.08.2017